Inhalt:
Die angeblich tote Sprache lebt
Der Fachbereich Latein stellt sich vor
Siyawasch Hosseini, Marco Haberland, Jasmin Kwirandt und Carsten Braunroth übersetzen Caesar
Latein - die Sprache der Römer, die wie heute das Englische lange Zeit Verkehrssprache in Europa war und noch heute sowohl die Alltagssprache als auch die Sprache der Wissenschaften durchdringt - wird jedes Jahr von vielen Schülerinnen und Schülern unserer Schule als zweite Fremdsprache gewählt. Im neuen Jahrgang 7 hat sich die Hälfte der Schülerinnen und Schüler für Latein entschieden, insgesamt erlernen im Schuljahr 2010-2011 rund 120 Schülerinnen und Schüler diese Sprache. War in der Vergangenheit jeder Lateinlehrer bzw. jede Lateinlehrerin an der BGS ein „Einzelkämpfer“, so haben wir im neuen Schuljahr eine Novität zu verkünden: Drei Kolleginnen unterrichten Latein.
Das Erlernen von Wortschatz und Grammatik als Grundlage für die Textarbeit und damit für die Übersetzung eines lateinischen Textes in angemessenes Deutsch steht zwar im Mittelpunkt der unterrichtlichen Arbeit, gleichzeitig aber werden viele Themen aus dem Bereich der Altertumskunde intensiv behandelt: So beschäftigt sich beispielsweise der Jahrgang 7 intensiv mit der antiken Mythologie; in Jahrgang 9 untersuchen die Schüler unter anderem die Ausbreitung Roms nach Kleinasien und Mitteleuropa und bereiten sich so auf die Lektüre der ersten lateinischen Originaltexte vor. Gelesen und interpretiert wird dort u.a. das viel gescholtene „Bellum Gallicum“ Caesars. Manch einer ist erstaunt über die Aktualität dieses Werkes, kann man bei seiner Lektüre doch intensiv über die Frage des gerechten Krieges, über die Objektivität von Texten, über Leserlenkung oder gar Manipulation des Lesers mittels Sprache nachdenken und diskutieren. Und so kommt dem Lateinunterricht eine weit über die Sprachvermittlung hinausgehende Bedeutung zu, ermöglicht er doch die Auseinandersetzung mit elementaren Fragen menschlichen Seins.
Zur Abrundung der Beschäftigung mit Themen aus der Altertumskunde werden Exkursionen unternommen, zur Gemäldesammlung auf Schloss Wilhelmshöhe in Kassel, zum Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg und nach Kalkriese, dem Ort der berühmten Varusschlacht, oder auch zu einer zum Unterrichtsthema passenden Ausstellung.
Zusätzlich zum Lehrbuch „prima. A“ aus dem Buchner-Verlag und dem zugehörigen Begleitband werden in den Lateinunterricht vielerlei Materialien rund um das Lehrwerk eingebunden. Das Schülerarbeitsheft, das im Aufbau den aus dem Englischunterricht bekannten Workbooks entspricht und das im Klassensatz angeschafft wird, wird in Übungsphasen im Unterricht und zu Hause zur Wiederholung und zur Vorbereitung auf die schriftlichen Arbeiten eingesetzt.
