Inhalt:
Berufsorientierung
Job-Börse an der Brüder-Grimm-Schule
Schüler und Lehrkräfte informieren sich über verschiedene Berufe in der Aula
„Der Bewerber muss sich von der Masse abheben“
Betriebe präsentieren ihre Ausbildungsberufe bei der 4. Job-Börse der Grimm-Schule
Sie träumen von einem spannenden, abwechslungsreichen Beruf, der auch noch viel Geld und breite Anerkennung einbringt. Sie wissen aber auch, dass nur die wenigsten das große Los ziehen und dass in den meisten Fällen nur eine gute, qualifizierte Ausbildung zählt. Interessiert und zielorientiert informierten sich daher die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Brüder-Grimm-Schule bei Vertretern der elf Unternehmen, die sich im Rahmen der 4. Job-Börse an der Schule vorstellten. Die Unternehmen wiederum nutzten die Job-Börse gern, um Interesse an ihren Ausbildungsberufen zu wecken, denn „angesichts des drohenden Fachkräftemangels beginnt“, so Jörg Rudolph, Leiter des tegut-Marktes in Eschwege, „das Ringen um geeignete Kandidaten immer früher“. Rudolph, der zwölf Ausbildungsberufe vom Einzelhandelskaufmann über Bäcker, Informatiker bis hin zum Veranstaltungskaufmann vorstellte, war zum ersten Mal dabei und wie alle Unternehmensvertreter mit der Veranstaltung mehr als zufrieden.
Von Anfang an bei der Job-Börse vertreten ist die VR-Bank mit Manfred Müller, der den Jugendlichen riet, sich persönlich bei den Betrieben vorzustellen, sich aber auch über den Betrieb vorher kundig zu machen und in einem Bewerbungsschreiben darzulegen, wie der Wunsch entstanden sei, gerade in diesem Unternehmen nach einem Ausbildungsplatz zu fragen. Natürlich achteten die Betriebe, so Müller, auf den Gesamteindruck des Zeugnisses und hier besonders auf die sogenannten Kopfnoten, mit denen das Arbeits- und Sozialverhalten beurteilt wird. Um eine Chance auf eine Einladung zu einem Einstellungstest oder Gespräch zu erhalten, müssten sich die Kandidaten mit ihrem Bewerbungsschreiben „von der Masse abheben“.
Ein absolutes „No go“ seien unentschuldigte Fehlzeiten auf einem Bewerbungszeugnis, stellte Angelika Boyens von der AOK stellvertretend für alle unmissverständlich klar. Und die Kopfnoten sind auch für sie „ganz wichtig, denn sie lassen Rückschlüsse zu, ob ein Bewerber ein Teamplayer ist oder nicht“. So oder so ähnlich äußerten sich alle Unternehmensvertreter, für die der perfekte Bewerber so einiges mitbringen sollte: gutes Allgemeinwissen, gute Kommunikationsfähigkeit, eine schnelle Auffassungsgabe, Offenheit für Neues, Freude am Umgang mit Menschen, aber auch gute Kenntnisse in Deutsch, Englisch, Mathematik oder Physik. „Vernünftige Noten“ nennt das Christian Oehler, technischer Ausbilder bei Baumer Thalheim. Die Eschweger Firma bietet im kommenden Jahr zwei Ausbildungsplätze zum Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker an.
Einfühlungsvermögen in die besondere Situation älterer Menschen und körperliche Belastbarkeit nannte Catherine Schäfer vom Wohnpark Lindenhof den zumeist weiblichen Fragestellern als weitere Kriterien bei der Beurteilung von Kandidaten für die Ausbildung in Pflegeberufen. Von männlichen wie weiblichen Schülern gleichermaßen angefragt war Hauptfeldwebel Christian Haufe, der über Berufsmöglichkeiten für Frauen in der Bundeswehr ebenso begeistert informierte wie er für die klassische Ausbildung zum Soldaten warb und auf die Möglichkeiten zum Studium bei der Bundeswehr hinwies. Er holte mit deutlichen Worten aber auch so manchen Gesprächspartner, der von einem Job als Pilot oder Kampftaucher bei der Bundeswehr bzw. -marine träumt, auf den Boden der Tatsachen zurück. Wer in Englisch nicht glänzen könne, habe schon die falsche Antwort gegeben, denn „neben hoher körperlicher Belastbarkeit werden für die Pilotenausbildung sehr gute Englischkenntnisse – fließend – verlangt“, stellte er kurz und knapp fest.
Mit einer Neuheit im eigenen Ausbildungsangebot wartete Andreas Voigt, Leiter des Instituts für Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung der Gesundheitsholding Werra-Meißner, auf, denn das Institut bietet ab sofort in Kooperation mit einer Hochschule eine duale Bachelor-Ausbildung an. „Nach fünf Jahren haben unsere Abgänger dann eine abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung und ihren europaweit anerkannten Bachelor“, erläuterte Voigt stolz.
Die Firma B.Braun Melsungen lockt mit einem Auslandsaufenthalt etwa in Malaysia, Schweden oder Spanien schon während der Ausbildung. „Die Hürden, die dafür überwunden werden müssen, sind allerdings hoch“, erklären die beiden jungen Vertreter, Außenhandels-Azubis im zweiten Jahr. Ein guter Realschulabschluss und „richtig gute“ Kenntnisse in Englisch und einer zweiten Fremdsprache sind neben vielen anderen Anforderungen die Voraussetzungen, um einen der jährlich mehr als 100 heißbegehrten Ausbildungsplätze bei B.Braun im Bereich der technischen, pharmazeutischen und kaufmännischen Berufe zu ergattern. Abiturienten können sich bei B.Braun auch um eine Ausbildung plus Studium bewerben.
Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von der Job-Börse. Eileen Schülbe und Carolin Thomas aus der R 10a fanden die von Realschulzweigleiterin Rita Weber umsichtig organisierte Veranstaltung „richtig gut, weil wir uns über verschiedene Berufe informieren konnten“. Eileen hat sich intensiv am Stand der AOK informiert und für sich beschlossen, „das kommt für mich in Frage“. Ihr Mitschüler Nico Wiedermann meinte: „Für mich war das gut hier. Ich war zum Praktikum bei der Bundespolizei, will mich dort bewerben und hatte jetzt dazu noch ein paar Fragen. Die Infos haben mir geholfen.“ Ihm hatte Raimund Schmidt vom Auswahldienst der Bundespolizei in Eschwege unter anderem Folgendes mit auf den Weg gegeben: „Wenn man flexibel ist, gute Noten mitbringt und gute Leistungen erbringt, hat man gute Chancen auf einen Wunscheinsatz.“ Katrin Grebenstein hat sich zwar auch bei der Bundespolizei informiert, ein Job dort „kommt ernsthaft aber eher nicht für mich in Frage“. Wer bei all den Angeboten nicht das Richtige bei der Job-Börse fand, konnte sich von Holger Kage von der Agentur für Arbeit über andere Berufe informieren lassen. Er ist den meisten Schülern der BGS sowieso bekannt, bietet er ihnen doch einmal wöchentlich in der Schule Rat und Tat an.
Das Richtige, der „absolute Traum“, das wäre für Henrik Viereck aus der G 10a eine Ausbildung auf der Gorch Fock. Ihn schrecken die Anforderungen der Bundeswehr nicht. Er hatte sich schon in der 9. Klasse dort erkundigt und jetzt auf der Job-Börse noch einmal gezielt nachgefragt. Ihn interessieren nach wie vor besonders die Studienmöglichkeiten bei Bundeswehr und Bundesmarine. Domenic Odening und Jacob Hennings aus der G 9a waren beeindruckt von den Ausführungen am Stand von Baumer Thalheim: „Die haben den Ausbildungsgang gut erklärt, auch dass man in Informatik, Mathe, Englisch und den Naturwissenschaften gut sein soll.“
Berufswahlunterricht der Klassen R9/R10
Unterricht zur Berufswahlorientierung
Partnerschaften mit heimischen Betrieben
