
Mathematik kann mehr sein als Rechnen, Formeln und Schulbuchaufgaben – dies erleben derzeit die fünften Klassen der Brüder-Grimm-Schule Eschwege.
Schülerinnen und Schüler mit sehr guten Leistungen im Fach Mathematik, die mit Neugier und Freude am Entdecken eigene Lösungswege suchen, finden und hinterfragen, können in diesem Schuljahr am neuen Matheforscher-Projekt für die Klassen 3/4/5 der Universität Kassel teilnehmen.

Bereits seit fünf Jahren ist die Brüder-Grimm-Schule Partnerin des Projekts, das unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Eichler und Dr. Cosima Stylianou für die Klassen sechs bis zehn ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, jungen Talenten einen neuen Zugang zur Mathematik zu eröffnen – abseits des gewohnten Unterrichts. Das didaktische Konzept dahinter heißt „Entdecken entdecken“ – ein Ansatz, bei dem nicht das schnelle Finden einer „richtigen Antwort“ im Vordergrund steht, sondern das Entdecken von Strukturen und Mustern beim Lösen.

Während die reguläre Auftaktveranstaltung für die neuen „Matheforscher in Klassen 3/4/5“ an der Universität Kassel stattfand, konnten die fünften Klassen der Brüder-Grimm-Schule wegen ihrer Kennenlernfahrt nicht teilnehmen. Doch Mathematiklehrerin Elke Rittenbach, die das Projekt an der Schule seit Beginn koordiniert, ermöglichte eine Einführung vor Ort in Eschwege. Mit Unterstützung der Materialien der Universität und viel persönlichem Engagement leitete sie die Auftaktveranstaltung. Schon beim Start zeigten sich die Kinder begeistert: „Mir gefällt die Freiheit, selbst Lösungen zu entwickeln.“

„Ein handlungsorientierter Einstieg mit Bausteinen und Plättchen ermöglichte allen interessierten Schülerinnen und Schülern einen ersten Zugang zur Erkundungsaufgabe ‚Zahlentreppe im Matheforscherhaus‘,“ erklärt Elke Rittenbach, denn „aufgrund der kurzen Beobachtungszeit haben wir die Einführungsveranstaltung bislang vor allem an das Interesse der Kinder geknüpft.“ Jetzt kommt es darauf an, dass die Fachlehrer, Eltern und die Schülerinnen und Schüler selbst bei der Weiterarbeit erkennen, wer sich dauerhaft für das Projekt begeistern lässt.

Die Verbindung zwischen Wissenschaft und schulischer Praxis ist eine weitere Besonderheit: Die Studierenden der Uni Kassel sind aktiv in das Projekt eingebunden. Sie entwickeln passende Aufgabenstellungen und begleiten die Kinder sowohl in Präsenzveranstaltungen an der Uni als auch über einen Moodle-Kurs online. Diese enge Verzahnung von Schule und Hochschule eröffnet nicht nur den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven, sondern auch den angehenden Lehrkräften wertvolle Praxiserfahrungen.
Schulleiter Heiko Striening sieht in der Kooperation einen klaren Gewinn: „Als MINT-freundliche Schule eröffnen wir mit dem Matheforscher-Projekt Kindern die Chance, ihre mathematischen Interessen und Begabungen weiterentwickeln zu können. Gleichzeitig profitiert auch die Universität Kassel – denn vielleicht entdecken hier zukünftige Mathematikerinnen und Mathematiker ihre Leidenschaft.“

Bericht in der Werra Rundschau vom 10. Oktober 2025