Wie aus bitterem Kakao süße Schokolade wird
Fair Trade in den Projektprüfungen des Hauptschulzweigs

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Kurz vor Ostern führten die 26 Schülerinnen und Schüler des Hauptschulzweiges der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege ihre selbst gewählten Projekte durch und präsentierten sie im Anschluss der Prüfungskommission. Die Projektprüfungen finden jährlich hessenweit als Teil der Hauptschulabschlussprüfungen statt. Insgesamt gab es in diesem Jahr 14 Prüfungsgruppen, denn wegen der besonderen Pandemie-Situation sind erstmalig auch Einzelprüfungen erlaubt.

„Bereits zu Schuljahresbeginn haben wir die Projektprüfungen ins Frühjahr verschoben, da die Praktika wegen des 1. Lockdown erst im Herbst stattfinden konnten“, erläutert Hauptschulzweigleiter Sven Zuber. „Diese Entscheidung hat sich als richtig erwiesen, weil so auch genug Zeit bleibt, die Jugendlichen auf die schriftlichen Arbeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch vorzubereiten.“ 

Auch die Schülerinnen und Schüler zeigen sich zufrieden: „Es hat uns sehr geholfen, seit Jahresbeginn wieder in der Schule lernen zu dürfen,“ meinen Stella-Sophie Platz, Leonie Fischer und Samira Karimi aus der H9a. „Wir vermissen zwar die anderen Klassen, aber die Arbeitsatmosphäre ist angenehm ruhig, und so konnten wir uns alle gezielter vorbereiten und intensiver lernen als es mit reinem online-Unterricht möglich gewesen wäre.“ Die Maske im Unterricht störe sie nur noch wenig.

„Ich wollte schon immer wissen, wie Schokolade hergestellt wird“, eröffnete Stella-Sophie Platz ihr Thema, das sie mit Sejla Bechstein vorstellte. Gemeinsam führten sie anhand von Plakaten und einer Power-Point-Präsentation in die Geschichte der Schokolade ein, erklärten, wie aus bitterem Kakao süße Schokolade entsteht und welche Wirkung sie auf den menschlichen Organismus hat. Auch ein kritischer Blick auf den fairen Handel mit der Kakaobohne durfte nicht fehlen, „denn wir dürfen nicht vergessen, dass in vielen Ländern Kinder den Kakao ernten oder die Löhne der Pflücker so niedrig sind, dass sie davon nicht leben können,“ erklärt Sejla. „Hier müssen wir umdenken und auch einmal bereit sein, die teurere Tafel zu kaufen,“ ergänzt Stella.

Leonie Fischer und Samira Karimi hatten für ihr Projekt „Mobbing unter Schülern“ einen Experten als Betreuer gewinnen können, den Sozialpädagogen Thomas Hoffmann. „An vielen Schulen wird gemobbt, z.B. wegen der Nationalität oder des Aussehens,“ leitet Samira in das Thema ein, „deshalb interessierte uns vor allem, wie Mobbing an Schulen entsteht und funktioniert.“ „Wichtig war uns auch“, betont Leonie, „verschiedene Möglichkeiten zu präsentieren, wie man mit den Tätern ins Gespräch kommen und Lösungen finden kann, und zwar gemeinsam mit Beratungsstellen, Freunden, Eltern und Lehrern.“

Breites Interesse gab es in diesem Jahr an geschichtlichen Themen. Stellvertretend sei hier Juma Gol Arab aus der H9b genannt, der sich erst rund drei Jahren in Deutschland befindet und nach der Schule eine Ausbildung zum Altenpfleger machen möchte. Juma wählte ein Thema mit engem persönlichem Bezug: Der junge Afghane präsentierte seine Heimat, denn er vermisse Afghanistan doch sehr und wolle durch seine Präsentation andere an der Geschichte und Kultur seines Heimatlandes teilhaben lassen. Auch Kulinarisches wie das afghanische Nationalgericht, Kabuli Palau, ein Reisgericht mit Rosinen, Karotten und Rind- oder Lammfleisch stellte er vor.

„Wir freuen uns,“ sagt Sven Zuber, „dass viele Schülerinnen und Schüler schon einen Ausbildungsplatz haben bzw. kurz vor der Unterzeichnung des Vertrages stehen oder noch einmal die Schulbank drücken wollen, um sich weiter zu qualifizieren.“ Für die anstehenden Prüfungen in den Hauptfächern wünschen wir euch zunächst einmal viel Erfolg und viel Glück!

Dr. Claudia Nitschke



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