Movete, gladiatores!
Lateinkurse erleben Antike zum Be-greifen in Trier

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Nach acht Stunden Zugfahrt war es am Sonntag, den 8. März 2026, endlich soweit – die Lateinkurse der Klassen 7 und 8 standen vor der Porta Nigra, dem Wahrzeichen von Augusta Treverorum, so der römische Name der Stadt Trier.

Die älteste Stadt Deutschlands, so nennen sie die Trierer, begrüßte die 34 Schülerinnen und Schüler mit frühlingshaften Temperaturen, strahlend blauem Himmel und blühenden Magnolien „Die Trierfahrt ist seit 2014 fester Bestandteil unseres Fahrtenkonzepts“, erläutert Lateinlehrerin Dr. Claudia Nitschke. „Ziel der Exkursion ist es, den Jugendlichen den römischen Einfluss auf Gallien und Germanien spielerisch und entdeckend näher zu bringen.“ 

Und so standen nicht nur Führungen mit den bekanntesten Sehenswürdigkeiten – Dom, Basilika und Kaiserthermen – auf dem Programm, die die Mitbegründerin, Kaiserin Helena, höchstpersönlich übernahm. Nach einer Begrüßung durch Legionär Lucas (Lucas Müller) erlebten die Siebst- und Achtklässler außerdem die Geheimnisse der Porta Nigra. Gemeinsam mit einem Zenturio (Isaak Boateng) verteidigten sie mit brennendem Öl, Steinen und Speeren tapfer das älteste Stadttor nördlich der Alpen.

„Ein unbestrittenes Highlight der Fahrt“, sagt Inga Meier, die die Fahrt begleitete, „war der interaktive Workshop im Amphitheater. Die Kinder hatten hier die Gelegenheit, in die Rolle von Gladiatoren zu schlüpfen, verschiedene Helme auszuprobieren und an einem Gladiatorentraining mit Schwertkampf und Netzwurf teilzunehmen.“ „Dabei lernten sie ganz nebenbei“, ergänzt Klassenlehrer Oliver Abraham, „viel über die Entstehung von Gladiatorenkämpfen und warum die meisten von ihnen keine Kämpfe auf Leben und Tod waren, auch wenn viele Hollywood-Filme es gern so darstellen.“

Am einzigen Regentag machte die Gruppe einen Ausflug ins Umland zur Villa Borg mit einem Bodenmosaik aus rund drei Millionen Steinen sowie zur Villa Nennig. Bei einer Führung konnten die Klassen einen lebendigen Eindruck vom Leben und Arbeiten auf einem römischen Landgut gewinnen.

Am letzten Tag schlenderten die Teilnehmenden über den Treidelpfad entlang der „Mosella“ als einem der wichtigsten Verkehrswege für Handel und Wirtschaft in der Antike bis zur Römerbrücke, die auf das Jahr 17 vor Christus datiert und deshalb zur den ältesten, noch heute befahrenen Brücken Deutschlands gehört. Die Originalpfeiler der ursprünglichen Holzbrücke bestaunten sie wenig später im Landesmuseum. Eine Schätzaufgabe erwartete sie dort im Raum der Mosaike. Rund eine halbe Million Steine hat das Lehrbuch-Mosaik des Wagenlenkers Polydus. Schließlich tauchten die Jugendlichen noch ein ins Reich der Schatten: In Kleingruppen erarbeiteten sie kurze Präsentationen zu Grabdenkmälern – eine römische Tradition, die noch einmal die Romanisierung der „Treverer“ veranschaulicht.

Zum Abschluss der sechstägigen Fahrt gab es noch Stockbrot am Lagerfeuer hinter der Jugendherberge, bei dem sich alle über ihre Eindrücke austauschen konnten.

Hier geht’s zu mehr Bildern von der Trierfahrt 2026.

Bericht in der Werra Rundschau vom 1. April 2026



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