Zwei Junglehrer im Interview
Ausbildung unter Coronabedingungen

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Im November legten gleich zwei Lehrkräfte ihre Staatsexamensprüfung ab. Im Interview erzählen Jessica Brübach und Nils Rudolph nicht nur, warum der Lehrerberuf für sie die richtige Entscheidung war, sondern auch, wie sie das Referendariat in der Corona-Zeit erlebten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Lehrer*in zu werden?

Beide Junglehrer haben den Lehrerberuf gewählt, weil sie sich kreativ einbringen und mit Menschen zusammenarbeiten möchten. Deutsch- und Spanischlehrerin Frau Brübach hat durch ihre Familie mit gleich vier jüngeren Schwestern einen engen Bezug zu Eschwege und wollte deshalb ihr Referendariat heimatnah absolvieren, „gern auch an der Brüder-Grimm-Schule“, sagt die ehemalige Schülerin der Adam-von-Trott Schule, „denn die BGS kannte ich schon vorher durch Lehraufträge. „Mein Tipp für die, die gern Lehrer*in werden wollen: Sucht euch die Unterrichtsfächer ganz bewusst aus! Mein Wunsch, Spanisch zu studieren, ist zum Beispiel schon während meiner Schulzeit am OG gewachsen. Und als ich an der Uni Kassel studierte, habe ich durch Auslandsaufenthalte im nordspanischen Logroño (La Rioja) und in Mexiko die Sprache und Kultur noch mehr zu schätzen gelernt.“

Auch der gebürtige Eichsfelder Hr. Rudolph ist gut an Oberstufengymnasium und Brüder-Grimm-Schule angekommen. Neben Lesen und Sport zählen Serien wie Prison Break zu seinen Hobbys, so verrät der 26 Jahre junge Lehrer. „In meiner Freizeit arbeite ich seit meinem 14. Lebensjahr mit Jugendlichen,“ erläutert der Fußball begeisterte Sport- und Deutschlehrer mit C-Trainer-Lizenz. „Deshalb war für mich klar, dass ich – ganz unabhängig vom aktuellen Arbeitsmarkt und Stellenbedarf – Sport studieren muss“. Denn echte Freude am Fach – da sind sich beide einig – lässt sich nur vermitteln, wenn man sich für die eigenen Unterrichtsfächer begeistert.

Wie war die Lehrerausbildung für euch?

Die Zeit des 21-monatigen Referendariats mit zwei Ausbildungstagen pro Woche am Studienseminar Kassel haben Frau Brübach und Herr Rudolph ganz ähnlich erlebt: „Der Distanzunterricht per Videokonferenz hat mit meinen Klassen 9 und 11 gut funktioniert,“ erzählt Frau Brübach. „Wir konnten uns sogar online zu den regulären Unterrichtszeiten am Vormittag treffen.“ Auch der Unterricht im Fach Deutsch war unproblematisch,“ bestätigt Herr Rudolph. Und wie war es im Fach Sport? „Auch hier haben wir eine gute Lösung gefunden,“ so Herr Rudolph: „Wir haben uns über Apps wie freeletics vernetzt, und auf diese Weise konnte ich die sportlichen Übungen der Schülerinnen und Schüler jederzeit mitverfolgen.“ 

Gab es während der Schulschließungen im März und danach besondere Probleme?

Zu den besonderen Herausforderungen in der Corona-Zeit zählten die Terminfindung für Unterrichtsbesuche. Schlussendlich hätten aber alle Referendar*innen die vorgeschriebenen Besuche „just in time“ umsetzen können. Da kurz vor der Examensprüfung im November die Maskenpflicht eingeführt worden sei, seien für alle die gewohnte Gestik und Mimik eingeschränkt gewesen. Schüler wie Lehrer hätten erst üben müssen, trotz Mund-Nasen-Schutz laut und deutlich zu sprechen. Aber es sei beeindruckend, wie schnell sich alle an die neuen Bedingungen gewöhnt hätten.

Was ist wichtig im Referendariat?

Neben einer gezielten Fächerkombination sei es wichtig, so Frau Brübach, selbständig arbeiten zu können und offen für konstruktive Kritik zu sein. Darüber hinaus, meint Hr. Rudolph, ist eine gute Vernetzung zu den Kolleg*innen vor Ort eine wichtige Grundlage für den Erfolg im Referendariat: „Man darf sich nicht scheuen, Rat einzuholen.“

Wie waren die ersten Tage nach der letzten Prüfung?

Herr Rudolph gesteht: „Zunächst habe ich gar nicht realisiert, dass es nun geschafft ist. Ich war auf jeden Fall erleichtert, weil ich in Prüfungssituationen immer angespannt bin.“ Und Frau Brübach findet es schade, dass die geplante große Examensfeier nur in kleinem Kreis möglich war. 

Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

Hr. Rudolph möchte gerne in allen Altersstufen von der 5. Klasse bis zum Abitur unterrichten. Dabei ist ihm ein „guter Draht“ zu den Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Er könnte sich gut vorstellen, später am Studienseminar selbst Lehrer*innen auf den Unterrichtsalltag vorzubereiten, um seine Erfahrungen weiterzugeben.  Kollegin Brübach wünscht sich Spanisch als 2. Fremdsprache an einer Schule mit Oberstufe und könnte sich zusätzlich zum Lehrerberuf eine Tätigkeit im Bereich der Aus- und Weiterbildung an einer Universität vorstellen.

Wir wünschen beiden Lehrkräften, dass sich ihre Erwartungen an den Lehrerberuf und ihre Wünsche für die Zukunft erfüllen!

Dr. Claudia Nitschke

 

 

 

 



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