Die Untaten des NS-Regimes dürfen niemals in Vergessenheit geraten

Brüder-Grimm-Schüler besuchen Buchenwald

Am 7. Juni nahmen wir, die Abschlussklassen der Brüder-Grimm-Schule, an einer Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar teil. Dort angekommen, erhielten wird durch einen Film zunächst einen Überblick über die Geschichte des Konzentrationslagers und die menschenverachtenden Taten der SS-Besatzung. Danach führten uns Frau Geisert, Frau Schmidt, Herr Franz, Herr Arenz, Herr Zuber und Herr Kliebisch durch die erhaltenen Stationen des ehemaligen Lagers.

So besichtigten wir die einzelnen Wachtürme für die Mitglieder der SS, die Baracken, die wie Gefängnisse aussahen, in denen die Insassen schlafen mussten, und schließlich gingen wir auch durch das Tor mit der Aufschrift „Jedem das Seine", welches auf eine weitläufige Fläche führt. Diese war ursprünglich stark bewaldet, wurde aber nach und nach abgeholzt, um Platz für Gebäude zu schaffen, in denen Menschen gefoltert, gedemütigt und ermordet wurden. Unsere Lehrer erklärten uns, was für harte körperliche Arbeit die Insassen ertragen mussten und wie sie bestraft wurden, falls sie versuchten auszubrechen oder gegen die Lagerordnung verstießen.
Danach ging es an den wahrscheinlich grausamsten Ort in Buchenwald: das Krematorium. Wir besuchten zuerst das „Behandlungszimmer“, in dem den verstorbenen Insassen wertvolle Goldzähne herausgerissen oder Tattoos „vom Fleisch geschnitten“ wurden. In einer Vitrine an der Wand konnte man die „Werkzeuge“ dafür sehen. Im eigentlichen Krematorium befanden sich die Verbrennungsöfen, in denen die Toten verbrannt wurden. Aufgrund der hohen Zahl an Toten und der Konstruktion der Öfen waren die Verbrennungen nur unvollständig und die Asche der Opfer wurde zum Teil vermischt und in Massengräber geschüttet. Hinter dem Krematorium führte ein hoher Zaun entlang. Zur Zeit des NS-Regimes versuchte man, die Leichen hinter diesem Zaun zu deponieren und zu verstecken, jedoch wurden sie teilweise so hochgestapelt, dass man sie von außen sehen konnte. Weiter ging es in den Keller, an dessen Wänden viele Haken angebracht waren. Dort wurden einige Gefangene gefoltert und qualvoll erhängt.

Im letzten Gebäude der Führung befand sich eine Rekonstruktion des einstigen Pferdestalls, der außerhalb des Lagers errichtet wurde. Getarnt als ärztliche Untersuchung wurden hier 8.000 sowjetische Gefangene per Genickschuss hingerichtet. Schließlich besuchten wir das Denkmal an die ca. 56.000 Opfer des Lagers, die den verschiedensten Nationalitäten angehörten. Das Besondere ist, dass dieses Denkmal zu jeder Jahreszeit immer 37°C, also Körpertemperatur, hat, da dies alle Opfer des KZ gemeinsam haben. Nach der Führung besuchten wir eine Ausstellung, in der zum Beispiel Schuhe mit Holzsohlen, Tassen der Gefangenen, aber auch Gewehre und Ausrüstungsgegenstände der SS gezeigt wurden. Im obersten Stockwerk befand sich außerdem ein Kino. Hier lief ein beeindruckender Bildervortrag (Originalmaterial), der das Martyrium Buchenwalds nochmals zusammenfasste.

Abschließend würden wir jedem empfehlen einmal nach Buchenwald zu kommen und sich selbst einen Eindruck von den Untaten des NS-Regimes und der Deutschen zu machen, Taten, die nie in Vergessenheit geraten dürfen und für die wir Deutsche noch immer die Verantwortung tragen und die Erinnerung am Leben halten müssen.